Fansolidarität gegen Repression in Altona, auf dem Taksim-Platz und in Honduras

Das St. Pauli Roar Fanprojekt hat in den letzten Wochen 1150.- Euro an Fördermitteln vergeben. Zusätzlich wurden 1000.- Euro aus einem gemeinsamen Fördertopf mit Cafe Libertad für die Antirepressionsarbeit in Honduras zur Verfügung gestellt.

Gezi Park, Carsi-Fans und Recht auf Stadt

Mit 670.- Euro wurde ein Besuch von zwei Aktivistinnen der Dokumentarfilmgruppe occupygezi aus Istanbul zum Besiktas Spiel am Millerntor ermöglicht. Die Aktivistinnen arbeiten an einer Dokumentation über die Beteiligung von Flüchtlingen und Carsi Fans an den Auseinandersetzungen auf dem Taksim Platz. Im Rahmen des Besuches fanden zudem Interviews und ein Austausch mit solidarischen Initiativen und Gezi Park Fiction auf St. Pauli statt. Ein kleines Video mit der Gruppe und Impressionen vom Spiel findet ihr hier:

Polizeigewalt und Repression in Altona

Nicht nur in den Gefahrengebieten St. Pauli und Schanzenviertel, sondern auch im benachbarten Altona haben rassistische Kontrollen stark zugenommen. An der Holstenstraße in Altona kam es nach Übergriffen der Polizei mehrere Tage in Folge zu Auseinandersetzungen mit Jugendlichen. Von der Presse wurde aus dem netten Stadtteil in Altona-Altstadt ein großstädtisches Problemviertel gezeichnet und die Jugendlichen dort pauschalisierend als »Straftäter« vorverurteilt. Dreihundert Anwohner_innen wehrten sich auf einer Stadtteilversammlung gegen die Medienhetze und zunehmende Repression. Sie verfassten eine gemeinsame Erklärung als Gegendarstellung, veranstalteten ein Nachbarschaftsfest und eine Demonstration gegen Polizeigewalt, die vor allem von den Betroffen selbst organisiert wurde. St. Pauli Roar unterstützt dieses gelungene Beispiel für Protestkultur und politische Vernetzung im Stadtteil mit Fördermitteln in Höhe von 480.- Euro.

Indigener Widerstand in Honduras

Von Repression und Protesten zu berichten gibt es auch aus Honduras, wo Partnerkooperativen und kleinbäuerliche Organisationen den Roh-Kaffee für den St. Pauli Roar produzieren. Alle die denken, dass Besetzungen ein rein urbanes Phänomen sind täuschen sich. Mehr als 2500 Kleinbäuerinnen und -bauern erwarten in Honduras derzeit ein Verfahren wegen Landbesetzungen. Bei Protesten gegen einen Staudamm von Energiekonzernen in Gemeindeland, wurde vor kurzem ein Sprecher der indigenen Vereinigung COPINH von Militärs erschossen und sein 15 jähriger Sohn schwer verletzt. In Honduras herrscht im Vorfeld der von der Demokratiebewegung erkämpften Wahlen zunehmende Repression der bestehenden putschistischen Junta gegen opositionelle und außerparlamentarische Bewegungen.

Eine der bekanntesten Aktivist_innen aus dem Leitungsrat der COPINH, Berta Caceres wurde mit anderen Aktivist_innen vor kurzem vorübergehend inhaftiert und ist von einem Strafprozess als international bekannte Stimme der indigenen Bewegung bedroht. Bertha war im Rahmen einer Veranstaltung von St. Pauli Fans und anderen Gruppen im Juli 2012 in Hamburg und berichtete über Hintergründe der jetzigen Auseinandersetzungen.

Aus dem gemeinsamen Honduras-Fördertopf von Cafe Libertad Kollektiv und St. Pauli Roar wurde Berta Caceres mit einer Soforthilfe von 1000.- Euro für Anwaltskosten und die Solidaritätsarbeit unterstützt. Am 5. Dezember findet voraussichtlich am Millerntor eine inhaltliche Veranstaltung zur aktuellen Situation in Honduras mit einer Aktivistin der internationalen Beobachterkommission statt.

United we stand!

Alle diese Gelder stammen aus den Soliaufschlägen des St. Pauli Roar Espresso. Wir bedanken uns bei den St. Pauli Fans, befreundeten Fangruppierungen, Recht auf Stadt Aktiven und allen anderen die das Roar Projekt unterstützen und diese Fördermittel möglich gemacht haben. Sprecht uns bei Fragen, Ideen oder sonstigem Interesse am Projekt gerne an.