Ein Aufruf zur Solidarität

Gegen Folter und Repressionen vor den Wahlen und der WM in Russland

Im Oktober 2017 wurden im russischen Pensa sechs Anarchist*innen und Antifaschist*innen mit dem Vorwurf der Gründung einer Terrorgruppe festgenommen. (1) Ein Vorwurf ist nach Informationen von Solidaritätsgruppen die Planung angeblicher Anschläge auf die Fußballweltmeisterschaft.

Ein Anfangsverdacht in dieser losen Kette war, dass alle sechs Paintball spielten, was von den Geheimdiensten als Training für den Sturz der Staatsmacht bewertet wurde. Monatelang wurden die Verhafteten anschließend täglich geschlagen, kopfüber aufgehängt oder mit Elektroschockern gefoltert. In ganz Russland begann eine Welle von Razzien, weiteren Verhaftungen und der Einsatz von Folter im polizeilichen Gewahrsam, um Selbstbezichtigungen, Aussagen gegen andere und Geständnisse zu erzwingen.(2)

Der Antifaschist Victor Filinkov wurde im Januar 2018 in Sankt Petersburg auf der Straße entführt. Beamte des FSB folterten ihn einen Tag in einem Wald außerhalb der Stadt. Aufgrund der Folter belastete Filinkov sich selbst und verblieb in Isolationshaft. Sein Anwalt erklärte, dass er solch ernste Verletzungen und Spuren von Folter durch Polizeiverbrechen noch nie gesehen hat.

Ilya Kapustin wurde nach seiner Verhaftung gegen Kaution freigelassen. Weitere Menschen wurden zur gleichen Zeit verhaftet und teilweise gefoltert. Alternative Projekte und Strukturen in vielen Städten Russlands sind von der Repression betroffen und erleben Beschränkungen. Auch eine neue Verhaftungswelle scheint nach Ansicht von Aktivist*innen vor Ort bevorzustehen. Vom Sicherheitsdienst wurden zudem angebliche Beweismittel gefälscht und Waffen als vermeintliche Fundstücke bei Verdächtigen platziert. (3)

Weiterhin tut die Polizei alles, um die Existenz einer mythischen Terrororganisation und die angebliche Planung von Bombenanschlägen auf die Weltmeisterschaft zu belegen Dabei gibt es keine Hinweise oder Beweise dafür, dass eine derartige anarchistische Terror-Gruppe im wirklichen Leben existieren würde. Nur einige Aussagen und Geständnisse, welche durch massive Folterungen erzwungen wurden.

Folterungen und Repressionen sind in Russland und dessen Teilrepubliken dabei leider keine Besonderheit. Schwule in Tschetschenien (4) wurden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verhaftet und in der Haft misshandelt und getötet. Demonstrationen von LGBT* (5) wurden in St. Petersburg (6) und anderen Städten gewaltsam niedergeschlagen. Auch bürgerliche Oppositionelle und Journalist*innen werden mit dem Leben bedroht und ermordet.

Hintergründe

Das Konstrukt einer Terrorgruppe sowie von Anschlagsplanungen von Anarchist*innen auf die Fußball-Weltmeisterschaft dienen in Wirklichkeit der allgemeinen Repression gegen soziale Bewegungen vor den Wahlen in Russland. Sie sollen die Macht von Putin stärken und ein Klima der Repression erzeugen, das oppositionelle und kritische Stimmen im Land mundtot macht.

Allgemein wird aufgrund eines nationalistisch geprägten Populismus und der Kontrolle vieler Medien durch die Regierung zwar mit einem hohen Sieg von Vladimir Putin gerechnet, aber mehrere bürgerliche Parteien und Oppositionsbewegungen haben aufgrund dieser Situation und aufgrund von Beschränkungen ihrer Rechte vor den Wahlen inzwischen zum Wahlboykott aufgerufen. Als entscheidend wird für das Ansehen und die Legitimation der Regierung daher inzwischen die Wahlbeteiligung angesehen.

Seit einiger Zeit tauchen in sozialen Medien daher aufwendig produzierte Filme unbekannter Herkunft auf, die mit sexistischen, rassistischen und homophoben Argumentationen zur Beteiligung an der Wahl aufrufen, um ein schwaches Russland zu verhindern. (7)

Vor diesem Hintergrund bekommen auch die politische Kritik des Parlamentarismus von Anarchist*innen oder traditionelle Aufrufe zum Wahlboykott aus solchen Spektren eine größere gesellschaftliche Bedeutung und werden verstärkt als Bedrohung wahrgenommen, der nun mit erfundenen Vorwürfen und dem Mittel der Terrorabwehr begegnet wird.

Durch den Hebel einer „terroristischen Vereinigung“, die unter anderem Anschläge auf die Fußball-Weltmeisterschaft geplant habe, wird versucht, Unsicherheit zu erzeugen, die Betroffenen zu isolieren, in der internationalen Zusammenarbeit von Sicherheitskräften auf Kooperationen und Abkommen zu setzen und vor allem Kritik und Proteste an diesen Maßnahmen von vornherein zu verhindern.

Repression ist global, Proteste auch!

Staatliche Repression existiert nicht nur in Russland, sondern auch in anderen Teilen der Welt. Russische und andere internationale Aktivist*innen wurden in Hamburg während des G20 Gipfels verhaftet, sind noch immer mit teils absurden Vorwürfen in Haft oder sollen abgeschoben werden. Angesichts der rücksichtslosen Eskalationspolitik der Hamburger Polizei, der rechtswidrigen Verbote von Camps, des Putsches der Polizei über die Justiz und der gewaltsamen Zerschlagung von Demonstrationen betrachten wir es als Heuchelei, mit dem Finger auf Russland zu zeigen, ohne auch die Verhältnisse hier bei uns zu kritisieren. (8)

Die Nato-Osterweiterung, offene Angriffskriege oder sogenannte humanitäre Kriegseinsätze stecken Einflusssphären ab oder erschließen neue Märkte. Während Russland in Syrien bombt, liefert Deutschland Panzer an die Türkei und panzerbrechende Waffen an Kurd*innen. So sieht der zynische Einsatz der deutschen Diplomatie für Menschenrechte aus. Für Geflüchtete dieser Konflikte soll es Obergrenzen und Sammellager an den EU-Außengrenzen geben. Protestierende, deren Schutz in anderen Ländern eingefordert wird, sind mit Stadt- und Gebietsverboten, Wasserwerfern, Knüppeln und Verhaftungen konfrontiert.

Die Regeln unterscheiden sich, aber das Spiel ist überall dasselbe. Das Ansehen in der Welt, der Anschein von Legitimität und dass alles in Ordnung ist, wie es ist, soll durch Aushebelung rechtlicher Mindeststandards und systematische Polizeigewalt gewahrt werden.

Zusammenhalt und Solidarität

„Wir sollten ihnen zeigen, dass, je stärker ihre Repressionen sind, umso wütender unser Widerstand sein wird. Jetzt ist es wichtig, die Gefangenen zu unterstützen, die Fortsetzung der Hexenjagd zu verhindern und eine weltweite Öffentlichkeit für dieses Ereignis zu schaffen.“ Aktivist*innen in Russland rufen mit diesen Worten zu einer weltweiten Solidaritätskampagne für die als terroristische Gruppe verfolgten Aktivist*innen auf. Dabei soll möglichst viel Öffentlichkeit über Straßenaktionen, Veranstaltungen, die Medien oder das Internet hergestellt werden. Sie stellen hierzu fest: „Die einzige Waffe, die wir dem Staatsterror entgegensetzen können, ist der Zusammenhalt und die Solidarität miteinander. Ohne diese zwei Möglichkeiten werden wir einzeln, nach und nach, von diesem Monster zermalmt.“ (9)

Wir schließen uns diesem Aufruf an. Wo die angebliche Sicherheit von Großveranstaltungen, wie der Fußball-Weltmeisterschaft, genutzt wird, um Akzeptanz für staatliche Repression herzustellen und kritische Stimmen zu unterdrücken, sehen wir stattdessen eine Verpflichtung zur Herstellung von Solidarität und Öffentlichkeit.

Wir spielen dieses Spiel nicht mit: Für emanzipatorische Verhältnisse, die Waffe der Kritik statt Kriege und für soziale Bewegungen und Proteste weltweit! Freiheit für die verhafteten Antifaschist*innen und Anarchist*innen in Russland. Schluss mit allen Folterungen und Repressionen.

Fanprojekt St. Pauli Roar
http://stpauliroar.blogsport.de
stpauliraor@gmx.de

Quellen:
(1) https://www.neues-deutschland.de/artikel/1077990.festnahmen-in-russland-wegen-terrorverdachts-antifaschisten-berichten-von-folter-durch-geheimdienst.html
(2) https://www.woz.ch/-86d6
(3) https://naroborona.info – Teilweise englischsprachige Informationsseite russischer Anarchist*innen
(4) http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-04/tschetschenien-homosexuelle-maenner-festnahmen-verschleppung
(5) LGBT ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender
(6) http://de.euronews.com/2017/05/01/festnahmen-bei-lgbt-solidaritaets-demo-in-sankt-petersburg
(7) https://twitter.com/heuteplus/status/967124350737502208
(8) https://unitedwestand.blackblogs.org
(9) https://itsgoingdown.org/call-international-days-solidarity-russian-anarchist-political-prisoners-feb-5th-12th-2018/

Kontakt zu Solidaritätsgruppen in Russland:
media_ns@riseup.net

Spendensammlung über:
Paypal abc-msk@riseup.net (Achtung! Sendungen in diesem Fall mit dem Tag „205″ versehen)

TERMINE

Samstag 10.3.
Diffidati-Marsch nach dem Braunschweig Spiel

Tragt eure Forderungen am 10.03 mit ins Stadion und damit raus auf die Straße!

Samstag 17.03.2018 Demonstration
Solidarität mit den Betroffenen staatlicher Repression
14.00 Uhr Gänsemarkt Hamburg
United we stand

Samstag 17.03.2018
Solidaritätskonzert „G20 abreißen III“ für United we stand
mit
Inner Conflict – Heartcore Punk aus Köln
Postford – Postpunk/Emo aus Bremen
Borderpaki – Strassenköterpunk aus Neumünster
Hamburger Abschaum

20.00 Uhr Fanräume Hamburg

Montag 19.03.2018
Soli-Kundgebung in Berlin

Solidarität mit den russischen Antifaschist*innen und Anarchist*innen! – Keine Folter, kein Knast, Keine Verschleppung!
17:00 Uhr Russische Botschaft

Indigene Aktivistin Berta Cáceres ermordet


In der Nacht vom 2. auf den 3. März ist Berta Cáceres, Vorsitzende der indigenen Organisation COPINH, in ihrer Wohnung ermordet worden. Unbekannte Täter drangen gegen ein Uhr morgens gewaltsam in die Wohnung ein und erschossen Cáceres die sich aktuell u.a. gegen das Staudammprojekt Agua Zarca, Desarollos Energéticos S.A. (DESA), mit Siemens-Beteiligung engagiert hat.

Der Mord an Berta Cáceres reiht sich ein in weitere politische Repressionen und Morde in Honduras. Cáceres hatte bereits mehrfach darüber berichtet, dass sie Morddrohungen erhielt und ihr Name auf einer „Todesliste“ geführt wurde.

Ihr Bruder, Gustavo Cáceres, wurde bei dem Mordanschlag ebenfalls schwer verletzt und der mexikanische Umweltaktivist Gustavo Castro Soto durch einen Streifschuss am Kopf verletzt und vermutlich für tot gehalten. Als er später eine Aussage als Zeuge bei der lokalen Polizei machen wollte, wurde er zunächst als Verdächtiger festgesetzt. Inzwischen ist er wieder frei. Lokale Menschenrechtsgruppen fürchten jedoch um sein Leben.

Die COPINH macht in einer Erklärung zum Tod von Berta Cáceres die Firma DESA und ihre internationalen Projektpartner und Geldgeber für den Mord verantwortlich: „Sie sind es, die hinter ihrem physischen Verschwinden stehen, sie alle haben ihre Hände mit Blut befleckt, mit dem Blut von Indigenen, von Lenca, von Kämpferinnen und Kämpfern.“

Berta Cáceres vom Consejo Civico de Organizaciones Populares e Indigenas de Honduras – COPINH war eine Sprecherin der Widerstandsbewegungen und setzte sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung, Frauenrechte und für die Erhaltung der Biodiversität ein. Sie war Gründerin und Koordinatorin verschiedener Netzwerke zum Schutz von Flüssen und gegen Staudammprojekte, von Kampagnen gegen internationale Finanzinstitutionen wie Weltbank, Interamerikanische Entwicklungsbank und internationalem Währungsfond. Solidaritätsgruppen in aller Welt protestierten in den letzten Tagen gegen die Ermordung von Berta Cáceres.

Café Libertad Kollektiv und das antirassistische Fanprojekt St. Pauli Roar haben ihre Arbeit in den vergangenen Jahren direkt unterstützt. Im Juni 2012 fand zudem eine Veranstaltung mit dem Titel „Recht auf… Stadt, Land, Fluss“ in der GWA-St. Pauli statt.

Wir sind traurig und wütend über ihre Ermordung und werden in ihrem Sinne indigene Proteste und soziale Bewegungen gegen staatliche Gewalt und die Folgen kapitalistischer Globalisierung weiter unterstützen.

Berta Caceres Vive – La Lucha Sigue!

Mehr Informationen auf
amerika21.de
Café Libertad Kollektiv

St. Pauli Fans beteiligen sich an Unterstützung für Refugees auf Lesbos

Mit Unterstützung des Burg-Herzberg Festivals 2015 konnten im Rahmen eines Solidaritätsstandes von Café Libertad Kollektiv insgesamt 3000.- Euro an Spenden für Geflüchtete auf Lesbos gesammelt werden. Aktivist*innen auf Lesbos berichten von dramatischen Zuständen. Täglich stranden hunderte Menschen ohne Unterkunft, Nahrung und medizinische Versorgung. Die Situation ist dort weiterhin dramatisch. Obwohl viele Bewohner*innen der Insel Spenden sammeln und helfen, sind die Spenden vor Ort kaum ausreichend und schnell auch wieder aufgezehrt. Viele Geflüchtete müssen auf offener Straße oder am Strand schlafen. Vom Solidaritätsprojekt St. Pauli Roar wurden daraufhin weitere 2000.- Euro an Fördermitteln bereitgestellt.

Die insgesamt 5000.- Euro werden für Trinkwasser, Babynahrung und sonstige Lebensmittel, gemeinsame Kochstellen, SIM-Karten für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge, Zelte und Fahrgelegenheiten verwendet.

Mehr Informationen von Aktivist*innen auf www.cafe-libertad.de

11. Juli: Flora Football All Together

Die sommerliche Florabaustelle nehmen wir zum Anlass am 11.07. auf den Kunstrasenplätzen an der Feldstraße verschiedene Menschen, aus unterschiedlichen Projekten zusammen zu bringen und gemeinsam auf einen Platz zum kicken zu bewegen. Es gibt ein Kleinfeldturnier mit 32 Teams unterschiedlichster Coleur. Begleitet wird dies wunderbare sportliche Ereignis durch Mucke vom Band, kühlem Bier und feste Nahrung. Ab 20 Uhr gibt es es zudem ein Solikonzert in den Fanräumen. Da wir keine Start- oder Teilnehmer_innen Gebühr nehmen wollen, wird das Turnier und der daraus resultierende Solibeitrag zur Baustelle ausschließlich durch die Getränke und den Essensverkauf finanziert, kommt also ordentlich durstig und hungrig.

Am Freitag den 10. Juli findet um 19 Uhr zudem eine Anti-Olympische-Talkshow der Kampagne Flora bleibt unverträglich als Auftaktveranstaltung in den Fanräumen statt.

Infos zu Flora Football all Together auf FB hier und hier

Mehr Infos zur Sommerbaustelle: http://florabaut.noblogs.org

Solidaritätskaffee Störtebeker für die Sommerbaustelle
Störtebeker Solikaffee für die Sommerbaustelle in der Roten Flora

Kommunalismus organisieren – Eine Diskussionsveranstaltung mit Aktivist*innen aus Kreta.

Samstag, 04.04.2015
18:00 Uhr
Achtung: Nochmalige Raumänderung!
Die Veranstaltung findet nun statt im
Cafe Knallhart an der HWP

144 Jahre nach der Pariser Kommune rückt die Idee kommunalistischer Organisierung wieder stärker ins Interesse der Menschen in Europa, Nahost und Lateinamerika. Seit der erfolgreichen Verteidigung Kobanês durch die Volksverteidigungskräfe YPG und YPJ ist die Praxis der Selbstverwaltung der kurdischen Kantone Rojavas mit ihrem Ansatz der Demokratischen Autonomie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Schon seit Jahren praktizieren die zapatistischen Gemeinden der EZLN die autonome Selbstverwaltung im Süden Mexikos nach einem ähnlichen Modell. Viele haben sich schon die Köpfe zerbrochen, wie diese Konzepte in unseren europäischen kapitalistischen Gesellschaften anwendbar sein könnten. Eine direkte Übertragung ist ausgeschlossen.

Im Zuge der griechischen Krise sind in Griechenland viele kollektive Strukturen entstanden, wie z.B. Kooperativen auf ökonomischem Gebiet oder politische Gruppen für Ökologie oder Migrant*innen-Rechte oder Antifa. Eine Gruppe von der Insel Kreta versucht nun regional diese Strukturen über eine Plattform zu verbinden und zu organisieren. Ihr Modell und ihre Erfahrungen und Perspektive bei der Organisierung wollen sie mit interessierten Leuten diskutieren und weiterentwickeln.

Auf der Konferenz „Demokratische Moderne herausfordern 2″ (http://networkaq.net ) nehmen sie am Podium am Samstagvormittag teil. Am Nachmittag wollen sie Raum bieten, darüber weiterzudiskutieren: Ort Uni Hamburg, Gebäude ESA9, gegenüber Audimax, 18:00h

Café Libertad Kollektiv unterstüzt diese Veranstaltung und die Anreise der Referent*innen. Der Raum kann sich evtl. noch ändern, wird dann aber ausgehängt.

Solidarität mit der Sommerbaustelle
der Roten Flora

Im Sommer 2015 wird es eine große Sommerbaustelle mit 50 Wandergesell*innen und anderen Handwerker*innen zur Instandsetzung der besetzten Roten Flora in Hamburg geben. Geplant ist u.a. die Erneuerung des Anbaus, die Sanierung des Vordachs/Balkons, eine Sanierung der Dachanschlüsse und Fassadensanierung. Mit diesem Schritt soll nach der Verhinderung einer drohenden Räumung u.a. durch die Kampagne „Flora bleibt unverträglich“ und eine Großdemo im Dezember 2013 der Kampf für den Erhalt des Gebäudes von der Straße auch auf andere Weise fortgeführt werden. Das Fan- und Stadtteilprojekt St. Pauli Roar hat hierzu 500.- Euro an Fördermitteln bereitgestellt.

Helft mit bei der Durchführung der Sommerbaustelle – Organisiert Soliaktionen für die Verteidigung der Roten Flora – Unterstützt autonome Stadtteilprojekte!

Mehr Informationen:
Infos zur Sommerbaustelle
Flora bleibt unverträglich

Solistand auf dem FCSP Antira Fan-Turnier 2014

Auf dem diesjährigen Antira-Turnier (30.5.-1.6., Millerntor-Stadion) wird es auch wieder einen Stand vom St. Pauli Roar geben, wo ihr Kaffee und Espresso gegen Spende bekommen könnt. Die Erlöse gehen zugunsten antirassistischer Arbeit. 1000.- Euro aus dem Solitopf wurden bereits im Vorfeld ans Antira gespendet. Wir freuen uns auf euch und das Wochenende!

Mehr Infos:
https://www.facebook.com/antirastpauli

Mordrohungen gegen Gewerkschafter in Honduras

Bewaffnete Angreifer drangen gewaltsam in das Haus von Victor Crespo ein. Der Generalsekretär der Gewerkschaft Sindicato Gremial de Trabajadores del Muelle (SGTM), erhielt eine Reihe von anonymen Morddrohungen seit seine Gewerkschaft, Tarifverhandlungen mit den neuen Betreibern von Puerto Cortes, International Container Terminal Services, Inc verlangte.

Nach dem Angriff brachte die Internationale Transportarbeitergewerkschaft (ITF) Crespo in Sicherheit. Die IAO (Internationale Arbeiterorganisation) und ICTSI sind informiert und alarmiert. Die ITF forderte den Präsidenten dazu auf, Polizeischutz für Crespo zu gewährleisten und den Arbeitnehmer_innen zuzusichern und zu garantieren, dass sie ihr Recht auf Kollektivverhandlungen ausüben können.

Fansolidarität gegen Repression in Altona, auf dem Taksim-Platz und in Honduras

Das St. Pauli Roar Fanprojekt hat in den letzten Wochen 1150.- Euro an Fördermitteln vergeben. Zusätzlich wurden 1000.- Euro aus einem gemeinsamen Fördertopf mit Cafe Libertad für die Antirepressionsarbeit in Honduras zur Verfügung gestellt.

Gezi Park, Carsi-Fans und Recht auf Stadt

Mit 670.- Euro wurde ein Besuch von zwei Aktivistinnen der Dokumentarfilmgruppe occupygezi aus Istanbul zum Besiktas Spiel am Millerntor ermöglicht. Die Aktivistinnen arbeiten an einer Dokumentation über die Beteiligung von Flüchtlingen und Carsi Fans an den Auseinandersetzungen auf dem Taksim Platz. Im Rahmen des Besuches fanden zudem Interviews und ein Austausch mit solidarischen Initiativen und Gezi Park Fiction auf St. Pauli statt. Ein kleines Video mit der Gruppe und Impressionen vom Spiel findet ihr hier:

Polizeigewalt und Repression in Altona

Nicht nur in den Gefahrengebieten St. Pauli und Schanzenviertel, sondern auch im benachbarten Altona haben rassistische Kontrollen stark zugenommen. An der Holstenstraße in Altona kam es nach Übergriffen der Polizei mehrere Tage in Folge zu Auseinandersetzungen mit Jugendlichen. Von der Presse wurde aus dem netten Stadtteil in Altona-Altstadt ein großstädtisches Problemviertel gezeichnet und die Jugendlichen dort pauschalisierend als »Straftäter« vorverurteilt. Dreihundert Anwohner_innen wehrten sich auf einer Stadtteilversammlung gegen die Medienhetze und zunehmende Repression. Sie verfassten eine gemeinsame Erklärung als Gegendarstellung, veranstalteten ein Nachbarschaftsfest und eine Demonstration gegen Polizeigewalt, die vor allem von den Betroffen selbst organisiert wurde. St. Pauli Roar unterstützt dieses gelungene Beispiel für Protestkultur und politische Vernetzung im Stadtteil mit Fördermitteln in Höhe von 480.- Euro.

Indigener Widerstand in Honduras

Von Repression und Protesten zu berichten gibt es auch aus Honduras, wo Partnerkooperativen und kleinbäuerliche Organisationen den Roh-Kaffee für den St. Pauli Roar produzieren. Alle die denken, dass Besetzungen ein rein urbanes Phänomen sind täuschen sich. Mehr als 2500 Kleinbäuerinnen und -bauern erwarten in Honduras derzeit ein Verfahren wegen Landbesetzungen. Bei Protesten gegen einen Staudamm von Energiekonzernen in Gemeindeland, wurde vor kurzem ein Sprecher der indigenen Vereinigung COPINH von Militärs erschossen und sein 15 jähriger Sohn schwer verletzt. In Honduras herrscht im Vorfeld der von der Demokratiebewegung erkämpften Wahlen zunehmende Repression der bestehenden putschistischen Junta gegen opositionelle und außerparlamentarische Bewegungen.

Eine der bekanntesten Aktivist_innen aus dem Leitungsrat der COPINH, Berta Caceres wurde mit anderen Aktivist_innen vor kurzem vorübergehend inhaftiert und ist von einem Strafprozess als international bekannte Stimme der indigenen Bewegung bedroht. Bertha war im Rahmen einer Veranstaltung von St. Pauli Fans und anderen Gruppen im Juli 2012 in Hamburg und berichtete über Hintergründe der jetzigen Auseinandersetzungen.

Aus dem gemeinsamen Honduras-Fördertopf von Cafe Libertad Kollektiv und St. Pauli Roar wurde Berta Caceres mit einer Soforthilfe von 1000.- Euro für Anwaltskosten und die Solidaritätsarbeit unterstützt. Am 5. Dezember findet voraussichtlich am Millerntor eine inhaltliche Veranstaltung zur aktuellen Situation in Honduras mit einer Aktivistin der internationalen Beobachterkommission statt.

United we stand!

Alle diese Gelder stammen aus den Soliaufschlägen des St. Pauli Roar Espresso. Wir bedanken uns bei den St. Pauli Fans, befreundeten Fangruppierungen, Recht auf Stadt Aktiven und allen anderen die das Roar Projekt unterstützen und diese Fördermittel möglich gemacht haben. Sprecht uns bei Fragen, Ideen oder sonstigem Interesse am Projekt gerne an.

Zapatismus und Recht auf Stadt:
That’s the way we like it!

Seit dem Wochenende gibt es ein Wandbild des Fanprojektes St. Pauli Roar in der Gegengrade am Millerntor. Mit dem Roar Logo und Motto »para el barrio en resistencia « (Für das Viertel im Widerstand) soll die Verbundenheit zum Stadtteil und sozialen Bewegungen für Recht auf Stadt ausgedrückt werden. »Hier leben wir nicht nur Support und Fußball, hier sprechen wir auch über Aufwertung und Gentrifizierung auf St. Pauli von hier mischen wir uns ein, wenn es gegen Zwangsräumungen von Mieter_innen geht, von hier gehen wir los, um gegen die Vertreibung von Wohnungslosen an der Kersten Miles Brücke oder den Abriss der Esso-Häuser zu demonstrieren.«

Als Ausdruck unserer Solidarität mit den aufständischen, indigenen Gemeinden in Chiapas/Mexiko und als Beispiel für vereinsübergreifende Soidaritätsarbeit von Fans wurde ausserdem das Motiv eines zapatistischen Fallrückziehers mit dem Schriftzug „A la Libertad por el Futbol“ (Für die Freiheit durch den Fußball) übernommen.

Das Orginal stammt vom Graffiti Künstler Banksy, welcher bei einem Besuch der zapatistischen Gemeinden auch an Wandbildern in Chiapas arbeitete. Viele werden es auch wiedererkennen vom Casa Rebelde Banner im St. Pauli Forum, der ein oder andere als Roar Soli-T-Shirt.

Bekannt wurde es jedoch durch die »Initiative El Estadio del Bae« die von den Ultra Gruppen Venezia Mestre, Pisa und Ancona ins Leben gerufen wurde mit dem Ziel, ein Stadion in Chiapas zu bauen. Für sportliche Zwecke, aber auch für Märkte, Versammlungen, Feste und Treffen der autonomen Verwaltung. Viele »Kurven« sammelten mit Aktionen, Partys und Konzerten für das Stadion, neben 40 italienischen Fanclubs auch Fans aus Innsbruck, Wien, Bordeaux, Düsseldorf, vom FC St. Pauli und Manchester. In Italien wurden Schals in den verschiedensten Vereinsfarben mit dem verbindenden Emblem von »El estadio del Bae« verkauft, dem Motiv von Banksy, welches nun auch in der Gegengrade an diese Faninitiative erinnert.

Die Idee des Stadions in Chiapas entstand in einer linken Ultra-Gruppe, in der Francesco Romor, genannt »Bae« aktiv war. Dieser starb am 13. Februar 2001. Im Buch Futbolistas schreibt Dario Azzellini: »Er sprach in der »Kurve« immer am meisten von den Zapatistas, er hatte alle Initiativen im Stadion gegen den Krieg und gegen Rassismus mitgemacht und war an den sozialen Kämpfen in der Stadt beteiligt gewesen. […] Einen Monat später hätte er mit weiteren Ultras nach Mexiko fliegen sollen und auch die zapatistischen Gebiete besuchen. Doch weil Freundschaft und Solidarität unter Ultras wirklich groß geschrieben werden, beschlossen seine Freunde, Bae trotzdem nach Chiapas »zu bringen« und es entstand das Projekt »El estadio del Bae«.

Zwischenzeitlich waren 40 Fangruppen aus ganz Europa beteiligt. Schließlich wurde mit der zapatistischen Gemeinde Guadalupe Tepeyac ein Partner gefunden. Nachdem dort 7.000 stationierte Soldaten abzogen, begann die Bevölkerung wieder zurückzukehren. Ein Kollektiv des Polytechnischen Instituts in Mexiko Stadt übernahm die Bauzeichnungen während in Italien Geld gesammelt wurde. Nach weiteren Diskussionen mit der Gemeinde begann die Arbeit der Baubrigaden. Doch nicht am Stadion. Zunächst wurden eine Schreinerei und eine Mechanikwerkstatt errichtet, die Latrinen ausgebessert und eine Wasserleitung zum Dorf verlegt. Die italienische Seite vom Estadio musste lernen, dass das ursprüngliche Projekt eher ihrer Selbstverwirklichung als den Bedürfnissen der Gemeinden entsprach.

So wurde ein Speisesaal gebaut, ein Herbolarium für Naturmedizin und ein »Konservierungshaus« für die Haltbarkeit von Lebensmittel. Ein Wasserprojekt wurde an das zapatistische Projekt »Wasser für alle« angekoppelt. Über Besuche sind auch neue Projekte entstanden, die z.B. der Unterstützung von Mikrokliniken und einem zapatistischen Krankenhaus dienten.

Doch auch zwei Fußballfelder wurden irgendwann tatsächlich ausgebessert und das in Guadelupe Tepeyac bekam sogar eine Holztribüne. Zur Eröffnung eines internationalen Fanturnieres in Chiapas erklärte das Estadio-Komitees : »Am Anfang haben wir uns euch angenähert mit der Vorstellung, Francesco mit dem Bau eines Fußballplatzes zu gedenken, aber indem wir mit euch allen gesprochen haben, haben wir andere Notwendigkeiten verstanden und diesen haben wir uns verpflichtet … die Hilfe, die wir gegeben haben, ist wenig im Vergleich zu dem was wir bekommen haben. Wir haben die Lust zu träumen wiedergefunden. Und mit uns viele andere, sehr viele. Fans, die die romantische Seite des Fußballs wiederentdeckt haben. Jugendliche, die ihre Augen zur Welt geöffnet haben.«

Mehr über das Estadio del Bae könnt ihr im lesenswerten Buch von Assoziation A nachlesen, aus dem auch wir zitiert haben:
Futbolistas: Fussball und Lateinamerika:
Hoffnungen und Helden, Politik und Kommerz
von Dario Azzellini und Stefan Thimmel

Oder Online bei http://www.oeku-buero.de/info-blatt-76/articles/zapatismus-fussball-und-rebellion.html

Mehr zum Zapatismus findet ihr auf:
http://www.cafe-libertad.de
http://www.chiapas.eu
http://www.chiapas.ch

Indigener Aktivist aus Honduras bei Protestaktion von Armee erschossen

Bei einer Protestaktion indigener Einwohner der Lenca gegen das geplante Staudammprojekt „Agua Zarca“ in der Region Rio Blanco ist Tomás García, eine Führungsperson der Lenca und Mitglied im Zivilen Rat der zivilgesellschaftlichen Organisationen und Indigenen von Honduras (Copinh), am vergangenen Montag von Soldaten erschossen worden. Der 15-jährige Sohn von García, Allan García Dominguez, wurde durch Schüsse schwer verletzt.

Die Organisation Copinh verurteilte die Ereignisse scharf, fordert eine gründliche Untersuchung des Vorfalles sowie eine Bestrafung der Verantwortlichen und einen Stopp der Kriminalisierung von sozialen Protesten. Bewohner der indigenen Gemeinden hatten nach Angaben von Copinh in Achotal friedlich vor den Anlagen des im Bau befindlichen Wasserkraftwerkes protestiert. Der Betreiber DESA (Desarrollos Energéticos S. A.) erklärte hingegen in einer Stellungnahme, die Ereignisse hätten sich „nach dem gewaltsamen Eindringen von Mitgliedern der Copinh auf das Privatgelände“ ereignet. Bereits seit April halten Anwohner vom indigenen Volk der Lenca eine Zufahrtstraße zur Baustelle besetzt.

Morddrohungen und Angriffe

Die Lenca wehren sich gegen den Bau des Wasserkraftwerks Agua Zarca, das einmal 21,3 Megawatt Strom erzeugen soll und dessen Inbetriebnahme für 2014 anberaumt ist. Für das Kraftwerk soll Flusswasser des Wassereinzugsgebietes des Rio Gualcarque für mindestens 20 Jahre privatisiert werden. Laut Copinh besitzen die Indigenen rechtmäßige Landtitel, die Verwaltung von San Francisco de Ojuera habe deren Territorien jedoch illegal in Besitz genommen.

Die Lenca fürchten die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage. Menschenrechtsorganisationen hatten erst vor wenigen Tagen vor einer zunehmenden Eskalation des Konflikts um das Wasserkraft gewarnt. So habe es Morddrohungen gegen Aktivisten gegeben, der Copinh-Aktivist und Bewohner der Lenca-Gemeinde Unión Río Blanco, Roque Domínguez, war Ende Juni am frühen Morgen von vier Männern angegriffen und mit Macheten-Hieben ins Gesicht und auf die Arme schwer verletzt worden, heißt es in einer Erklärung von Copinh.

Dokumentiert von: http://www.blickpunkt-lateinamerika.de

Unter dem folgendem link kann an einer Eilaktion von Rivers International teilgenommen werden die Schutzmaßnahmen für die betroffenen COPINH-Mitglieder und Gemeinden sowie einen Rückzug des Militärs fordert. http://org.salsalabs.com/o/2486/p/dia/action3/common/public/?action_KEY=13935

Lampedusa in Hamburg – Solikonzert für die Flüchtlinge aus Lybien

Aufgrund der Kürze der Zeit hier schonmal eine Vorankündigung für ein Solikonzert der St. Pauli Fanszene für die Unterstützung der lybischen Flüchtlinge in Hamburg. Bleiberecht für Alle!

Ort: Hafenklang
Wann: 20.6.2013
Einlass: 20.00 Uhr
Beginn: 21.00 Uhr

Bands:
Contra Real
Goodbey Jersey
Disco Crunch
Skankshot

Danach DJ

Soli-Eintritt 5.-

St. Pauli Roar support für Refugee Proteste

St. Pauli Roar Solidaritätsespresso und die Fanszene des FC St. Pauli unterstützen die Refugee Proteste in Berlin und Hamburg mit 600 Euro. Auf dem Sommerfest am 1. Juni konnten bei einem gemeinsamen Kaffeestand mit Punkrock St. Pauli und GAS etwas mehr als 300.- Euro an Spenden gesammelt werden. Mit Fördergeldern des Projektes wurde diese Summe noch mal verdoppelt, so das den Camps in Berlin und Hamburg nun jeweils 300.- zur Verfügung stehen.

Einen weiteren Solidaritätskaffeestand wird es bereits am Samstag den 8. Juni beim Straßenfest für die Rechte der lybischen Flüchtlinge in Hamburg geben. Dieses findet von 12-22 Uhr auf dem Öhlmühlenplatz im Karoviertel statt. Kommt vorbei und unterstützt die Flüchtlingsproteste!

Ebenfalls um 12 Uhr beginnt eine Demonstration ab Hachmannplatz die ebenfalls zum Fest kommen wird. Raus auf die Straße gegen Nazis in Glinde und rassistische Abschiebungen in Hamburg!

Aktuelle Repressionswelle gegen Indigene in Honduras

Am Freitag den 24. Mai sind in Honduras die indigenen Aktivisten Bertha Cáceres und Tomas Membreño Gómez von Polizei und Militäreinheiten verhaftet worden.

Die Festsetzung der beiden Angehörigen der indigenen Organisation COPINH erfolgte auf dem Weg zu einer Straßenblockade in der Region Rio Blanco im Westen von Honduras. Cáceres ist Generalkoordinatorin des COPINH und hat für die Arbeit des COPINH im vergangenen Jahr den Shalompreis der katholischen Universität Eichstätt entgegen genommen. Erst nach internationalen Protesten wurden Cáceres und Membreño wieder freigelassen.

Nur wenige Tage zuvor, am 23. Mai, räumten Polizei- und Sondereinheiten gewaltsam indigene Bewohner des Dorfes San Antonio Chuchuitepeque im Verwaltungsbezirk Santa Barbara. Die Räumung, bei der die staatlichen Sicherheitskräfte Tränengas und Schusswaffen einsetzten, führte zu mehreren Verletzten. Mindestens fünf Personen wurden verhaftet. Nach Angaben von COPINH hatten Bewohner des Dorfes Land in der Nähe des Flusses Ulúa wiederbesetzt, für das sie die rechtmäßigen Landtitel haben und welches durch die Landkreisverwaltung von San Francisco de Ojuera illegal in Besitz genommen wurde.

Im Grenzgebiet zwischen Santa Barbara und Intibucá finden seit mehreren Wochen Protestaktionen der indigenen Bevölkerung statt, die sich unter anderem gegen ein geplantes Staudammprojekt richten. So halten die Bewohner mehrerer Dörfer in der Region Rio Blanco seit dem 1. April die Zufahrtsstraße zu dem im Bau befindlichen Staudammprojekt Agua Zarca auf dem Fluss Gualcarque besetzt.

In einer Erklärung machte COPINH vor wenigen Tagen auf die starke Militarisierung der Region aufmerksam. So herrscht laut COPINH eine starke Militärpräsenz in den Dörfern Zacapa und Agua Caliente, welche sich mit der Straßenblockade solidarisieren und auf dem Weg nach Rio Blanco liegen. In Rio Blanco wurden Soldaten auf dem bereits gebauten Logistikgelände der Unternehmen DESA und SINOHYDRO stationiert. COPINH berichtet von Schüssen auf dem Gelände. Das Militär übernimmt Funktionen der Sicherheit und der Logistik für die Unternehmen DESA und SINOHYDRO und versucht Druck auf die Dörfer auszuüben um diese zu Verhandlungen zu zwingen und das Projekt Agua Zarca zu akzeptieren, heißt es in der Erklärung. Zudem versuchten Mitarbeiter der Unternehmen in Begleitung von Soldaten Bewohner des Dorfes Agua Caliente durch Geschenke und Projektversprechen für das Staudammprojekt zu gewinnen.

Quelle: http://amerika21.de

Sommerfest mit Roar und Punkrock

Am Samstag den 1. Juni steigt das St. Pauli Sommerfest auf dem Südkurvenvorplatz am Millerntor mit verschiedenen Ständen von Recht auf Stadt Iinitiativen und von Fangruppen. Dort wird das St. Pauli Roar Projekt einen gemeinsamen Stand mit dem Fanclub Punkrock St. Pauli (PRSP) organisieren mit Kaffee & Kuchen. Es wird dann selbstverständlich auch den versprochenen Carajillo geben. Im Rahmen des Standes werden wir zudem etwas Infomaterial zu geförderten Projekten und einen kleinen Info- und Büchertisch mit Büchern zu sozialen Kämpfen und Bewegungen in Mittelamerika mitbringen.

Kein Roar Stand zum Braunschweig Heimspiel

Der Roar Stand zum Heimspiel vor der Südkurve muss aufgrund eines technischen Problems leider kurzfristig ausfallen. Wir sind sehr betrübt darüber und freuten uns schon sehr, werden zur neuen Saison aber einen weiteren Anlauf nehmen. Sicher sind wir uns stattdessen, dass dies dem Roar im Stadion keinen Abbruch tun wird und drei Punkte plus Klassenerhalt drin sind!

Zum Trost für alle, die sich schon angekündigt haben und bei uns am Stand treffen wollten, präsentieren wir an der Stelle schon mal unser neues Banner :)

Roar

Der Roar zum Klassenerhalt

Zum Heimspiel gegen Braunschweig erwarten wir den Roar nicht nur während der neunzig Minuten, die uns hoffentlich drei Punkte und den endgültigen Klassenerhalt bescheren, sondern auch vor dem Stadion. 

Am Südkurvenvorplatz besteht, falls überhaupt noch notwendig, die Möglichkeit, sich mit einem Roar-Espresso einen zusätzlichen Energieschub zu holen. Auf Anregung von Freund_innen der Bierkurve Winterthur auch mit leckerem Carajillo. Im Rahmen des Standes werden wir auch etwas Infomaterial zu geförderten Projekten und antifaschistischen Fans mitbringen und auch einen kleinen Büchertisch mit Büchern zu sozialen Kämpfen und Bewegungen in Mittelamerika.

Falls ihr Fragen zu uns und unserem Projekt habt, oder einfach mal vorbeischauen wollt, um euch am Stand etwas umzusehen, kommt gerne vorbei. Der Stand schließt ca. 1 Stunde nach dem Spiel, damit ihr im Anschluss noch Bücher oder Espresso abholen könnt. 

Indigene wehren sich gegen Staudammprojekt

Seit dem 1. April halten Bewohner mehrerer indigener Dörfer in der Region Rio Blanco im Verwaltungsbezirk Intibucá die Zufahrtsstraße zu dem geplanten Staudammprojekt Agua Zarca besetzt. Die Lenca-Indigenen fordern die Rücknahme des Projektes, das ohne ihre Zustimmung auf ihrem Territorium gebaut wird.

In den ersten Tagen der Straßenblockade bedrohten Angestellte der Unternehmen SINOHYDRO und DESA mehrfach Dorfbewohner und Aktivisten der indigenen Organisation COPINH. Außerdem berichteten Bewohner des Dorfes La Tejera über körperliche Aggressionen, Todesdrohungen und Verfolgung durch Angestellte der Unternehmen. Am Morgen des 12. April räumten Polizeieinheiten in Begleitung von Vertretern des Unternehmens die Straßensperre. Dabei zerstörten Polizisten die Zelte und die Lebensmittel der Blockierenden. Zudem wurde die Kamera von anwesenden internationalen Menschenrechtsbeobachtern von der Polizei beschlagnahmt und zerstört.

Trotz der Räumung haben die Bewohner entschieden, die Straße erneut zu besetzen: „Wir bleiben an unserem Platz und verteidigen weiterhin unser Territorium und unsere Würde.“ Die Lenca-Bevölkerung habe sich nicht einschüchtern lassen und zeige ihre Entschlossenheit, erklärten die indigenen Aktivisten nach der Räumung. Aufgrund der sehr besorgniserregenden Situation bitten die Dörfer und COPINH um internationale Solidarität und Protestbriefe.

In öffentlichen Versammlungen, die die lokalen Autoritäten abhielten, wurde das Projekt Agua Zarca von den betroffenen Dörfern abgelehnt. Ebenso in den indigenen Versammlungen, deren Grundlage das Abkommen 169 der internationalen Arbeitsorganisation ILO ist. Anzeigen gegen das Projekt bei der Staatsanwaltschaft für Ethnien, beim nationalen Kongress und beim Sekretariat für natürliche Ressourcen (SERNA) wurden bisher nicht beachtet. Da trotz all dem mit der Konstruktion des Staudammes begonnen wurde, entschied die lokale Bevölkerung am 1. April die Zufahrtsstraße zu der Baustelle solange zu blockieren, bis das Projekt eingestellt wird. In einer Erklärung beschuldigten die Bewohner verschiedene Unternehmen und die lokalen und staatlichen Institutionen, die Entscheidung der Dörfer nicht zu respektieren. Das Projekt bedeutet die Privatisierung des Flusses Gualcarque und des Territoriums. Es provoziert Umwelt- und ökonomische Schäden, Vertreibung, die Zerstörung des kulturellen Erbes, Militarisierung und Drohungen gegen Mitglieder der Dörfer, heißt es weiter in der Erklärung.

Das Projekt Agua Zarca wird von dem honduranischen Unternehmen Desarrollos Energéticos, S.A. de C.V. (DESA) in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen SINOHYDRO durchgeführt und unter anderem mit Geldern der Zentralamerikanischen Bank für Wirtschaftsintegration (BCIE) und der Bank Ficohsa finanziert. Der Generaldirektor von Ficohsa, Javier Atala, hat im vergangenen Jahr einen Vertrag über 20 Millionen US-Dollar mit Proparco, einem Zweigunternehmen der französischen Entwicklungsagentur AFD über die Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekten für den Privatsektor abgeschlossen. Die Herstellung der Turbinen übernimmt das deutsche Unternehmen Voith GmbH mit Sitz in Heidenheim.
Im August 2009, unter dem Übergangsregime von Roberto Micheletti, verabschiedete der honduranische Kongress ein neues Wassergesetz, das die Konzessionierung von Flüssen an Dritte ermöglicht. Bisher genehmigte die honduranische Regierung mindestens 88 Konzessionen. Insgesamt plant der honduranische Kongress die Vergabe von bis zu 300 Konzessionen für Staudammprojekte. Diese Konzessionen gelten über einen Zeitraum von 20 Jahren und können von den Inhabern an Vierte weiterverkauft werden. Durch die Privatisierung der Flüsse und deren Umgebung werden den Gemeinden die lebensnotwendigen Wasserressourcen entzogen. Der Bau von Staudämmen zerstört das empfindliche Gleichgewicht der Natur.

Vor allem in indigenen Kulturen sind die Flüsse von großer Bedeutung und stark mit den Menschen und den Gemeinden verbunden. Laut Bertha Cáceres, Koordinatorin des COPINH, hat das Volk der Lenca eine eigene Auffassung des Konzeptes der Entwicklung. Eine Auffassung die auf der Menschenwürde, dem Respekt vor der Mutter Natur, dem Wohl der Gemeinden und dem empfindlichen Gleichgewicht zwischen den Menschen und den natürlichen Gemeingütern basiert und von einer Vision der sozialen und ökonomischen Gerechtigkeit ausgeht.

Quelle: amerika21.de

15.05.13 19 Uhr Veranstaltung und Film:
„Schrei nach Land“ – Agrotreibstroff und »Land Grabbing«

Film und Vortrag in der Werkstatt 3 mit Giorgio Trucchi – Mittelamerika-Korrespondent der lateinamerikanischen Sektion des internationalen Verbandes der Nahrungsmittelarbeiter_innen REL UITA

Aus Honduras stammt nicht nur der Rohkaffee für den St. Pauli Roar, in Honduras werden auch Kleinbäuer_innen in der fruchtbaren Flussebene des Aguan an der Nordküste vertrieben. Seit mehr als drei Jahren tobt in der Region ein Landkonflikt, in dem inzwischen schon Dutzende starben. Seit dem Putsch im Jahr 2009 hat sich die Menschenrechtslage in Honduras extrem verschlechtert. Eine weitere Verschlimmerung wird zu den allgemeinen Wahlen im November erwartet. Trucchis Film „Schrei nach Land“ behandelt die Hintergründe und die Auseinandersetzungen im unteren Aguán und die aktuelle Situation in Honduras seit dem Putsch vom Juni 2009.

Mehr Informationen bei peace brigades international (pbi)

St. Pauli Roar support für Esso-Häuser

St. Pauli Roar unterstützt und fördert die gemeinsame Demonstration von Stadtteilgruppen, Fanszene und Bewohner_innen der Esso-Häuser auf St. Pauli mit 300.- Euro.

Der Wohnraum für über 100 Menschen und kiezaffines Gewerbe, wie das Molotow oder Planet Pauli ist von Abriss und Verdrängung durch den milliardenschweren Investor Bayrische Hausbau bedroht. Doch im häuserkampferprobten St. Pauli entwickelt sich auch Widerstand. Investoren und Politik sollten die Solidarität im Viertel und die Mobilisierungsfähigkeit nicht unterschätzen. Hier wurde die Hafenstraße verteidigt, der Sport-Dom verhindert, das Phantom der Oper Musical in der nunmehr Roten Flora gestoppt und zuletzt der Zaun gegen Wohnungslose an der Kersten-Miles-Brücke niedergerissen.

Die Demo für den Erhalt der Esso-Häuser startet nach dem Heimspiel am 28.4. um 15:30 vom Südkurvenvorplatz am Millerntor. Ob im Stadion oder im Stadtteil, in der Kurve oder auf der Straße, gegen Kommerzialisierung und privatwirtschaftliche Investorenarchitekturen. Kommt zur Demo und mobilisiert mit gegen Vertreibung und Ausgrenzung in der Stadt.

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Aufruf und Unterstützer_innen
Plakat
Aufruf Flora bleibt unverträglich
Aufruf Sozialromantiker